Popcorn – Jahrtausende alt und hoch explosiv

Popcorn ist ein hoch explosiver und extrem leckerer Snack, den unsere Vorfahren schon in vorchristlichen Zeiten genossen haben. Grund genug, sich ein wenig intensiver mit dem poppenden Getreide zu befassen, das seinen Siegeszug rund um die Welt vor mehr als 5000 Jahren angetreten hat. In diesem Artikel erfährt du sämtliche Daten, Fakten und alles, was du garantiert noch nie über Popcorn wissen wolltest.

Inhaltsverzeichnis

Popcorn? Was’n das?
Warum heisst Popcorn Popcorn?
Woher stammt Popcorn ursprünglich?
Welche Maissorten eignen sich für Popcorn?
Wie bereitet man Popcorn zu?
Welche Hilfsmittel gibt es?
Warum poppt das Korn eigentlich?
Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Geschmäcker?
Ist Popcorn eigentlich gesund?
Wie viele Kalorien hat Popcorn?
Krebs durch Mikrowellen-Popcorn?

POPCORN? WAS’N DAS?

Popcorn darf auf keiner Party fehlen. Ob in amerikanischen Baseballstadien, im Kino oder mit der Familie vor der Glotze, ob süss, salzig oder ganz exotisch, ob aus dem Topf, der Popcornmaschine oder unserem Popcorn-Popper – die weissen Maisflocken werden von Milliarden Menschen überall auf der Welt geliebt.

Doch was genau ist Popcorn eigentlich? Bemühen wir doch einfach mal die dümmste Enzyklopädie der Welt, Wikipedia: „Popcorn ist ein als Snack dienendes Nahrungsmittel, das durch starkes Erhitzen einer speziellen Maissorte hergestellt wird.“

Ah, ja… Das klingt ja so sexy und einladend wie ein blauer Brief von der Schulleitung. 

Pro Spiel werden im Stadion meiner geliebten Texas Rangers in Arlington bis zu 250 kg an Popcorn verkauft.

WARUM HEISST POPCORN EIGENTLICH POPCORN?

Popcorn ist der Name einer ganz speziellen Maissorte. Das Wort stammt aus dem Amerikanischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Puffmais“ oder „Knallmais“. Allerdings werden die weissen Flocken nicht überall auf der Welt Popcorn genannt. Die Spanier beispielsweise nennen sie palomitas (Täubchen), bei den Türken heisst das Popcorn Patlamis Misir, was „explodierender Mais“ bedeutet. 

Wer jetzt unbedingt sein Wernecke-Areal im Hirn trainieren und dringend neue Vokabeln lernen möchte, findet hier die Übersetzung für Popcorn in 80 verschiedenen Sprachen.

Spoiler alert: Auf Birmanisch sagt man ပေါက်ပေါက်. Wenn ich dir damit die Spannung versaut habe, dann kannst auch hier bleiben und weiterlesen. 

WOHER STAMMT POPCORN URSPRÜNGLICH?

Jetzt wird es nämlich erst richtig interessant. Frage ich meinen Zweijährigen, woher das Popcorn stammt, wird er mit dem Finger auf die Mama zeigen. Das ist zwar richtig, aber auch nur in der intellektuell begrenzten Welt eines Zweijährigen.

Der Fünfjährige – theoretisch zweieinhalb Mal so schlau wie der Kleine – denkt da schon einen Schritt weiter, wenn er im Brustton der Überzeugung „Supermarkt“ sagt. Dass er mit seiner Antwort auch keinen Blumentopf gewinnen würde, quittiere ich mal mit einem selbstkritischen Stirnrunzeln und fundamentalen Zweifeln an meinen Qualitäten als Mentor.

Und nur, um mir den Rest zu geben… Frage ich meine Frau, dann sagt die: „Von Denner. War im Angebot.“ Really?

Woher stammt es denn nun wirklich?

Es waren wohl die Azteken und Mayas auf dem amerikanischen Kontinent, welche die besonderen Eigenschaften einer Maissorte vermutlich eher durch Zufall entdeckt haben. In antiken Grabstätten haben Archäologen fünftausend Jahre alte Maiskörner gefunden, wovon viele tatsächlich noch zu Popcorn wurden.

Wahrscheinlich war es ein gelangweilter Teenager, der, anstatt sich auf’s Studium vorzubereiten, mal wieder nur Dummheiten im Hirn hatte und einen getrockneten Maiskolben ins Feuer geworfen hat. Man kann sich das Erstaunen auf seinem Gesicht förmlich vorstellen. 

Als klar war, dass davon die Welt nicht unterging, hat er sich – so meine auf keinerlei wissenschaftliche Grundlage gestützte Vermutung – getraut, seinen Eltern davon zu erzählen. Und wie Eltern nun mal so sind, steckt Vati sich erstmal eins in den Mund. „Wenn ich es nicht essen kann, will ich auch nichts davon hören.“

Mutti – schon damals einen Blick für’s Schöne – sicherte sich ein paar der weissen Flocken und verzierte später damit ihre Kleidung. „Friss nicht die ganze Deko, die brauche ich noch!“ Wem das nicht bekannt vorkommt.

WELCHE MAISSORTEN EIGENEN SICH FÜR POPCORN?

Wenn du es bis hierher geschafft hast, weisst du schon mehr über Popcorn als die Hälfte der Menschheit. Warum also nicht dranbleiben und auch dem Rest der Unwissenden zeigen, wo der Hammer hängt? Eben. Weiter im Text.

Die Frage, welche Maissorten sich zur Herstellung von Popcorn eignen, ist eigentlich schon falsch. Es gibt nur eine Sorte, die sich zur Herstellung von Popcorn eignet und die heisst Popcorn. Nur diese verfügt über die notwendigen Eigenschaften für die Herstellung des leckeren Snacks: Der weiche Kern des Maiskorns wird von einer sehr dünnen, aber äusserst harten Schale umgeben. Diese Schale hält der Hitze lange genug Stand, um den Kern auf Temperatur zu bringen. Dafür ist die Explosion umso heftiger, wenn das Korn schliesslich poppt. 

Popcorn kommt in vielen Variationen 

Da die Menschheit partout nicht ihre Finger von Dingen lassen kann, auch wenn sie bereits perfekt sind, gibt es auch bei Popcorn zahlreiche Züchtungen und Variationen. Hier sind die, die ich nach langem Recherchieren ausfindig machen konnte: 

Autum Haze

Die Sorte Autum Haze erinnert an einen bunten Laubwald im späten Frühherbst. In intensiven Gelb-, Rot- und Brauntönen wetteifern die Körner am Kolben um unsere Aufmerksamkeit. Autum Haze ist süsser, als andere Sorten. 

Bear Paw

Bear Paw heisst übersetzt Bärentatze. Den Namen hat dieser Kolben aufgrund seiner merkwürdigen Wuchsform. Die Frucht gabelt sich auf halbem Weg und ähnelt daher einer Bärentatze. Das daraus gewonnene Popcorn ist – warum auch immer – deutlich knuspriger als alle anderen Sorten. 

Dakota Black

Ausgefallener geht’s auch beim Dakota Black zu. Die Farbe der Körner erinnert stark an Rosinen. Dieser Mais verfügt nicht nur über einen butterig-nussigen Geschmack, sondern bietet darüber hinaus den perfekten Popp. Ein Muss für Ästheten. 

Golden Butter

Die bekannteste Sorte Popcorn ist wohl Golden Butter, die, wie der Name schon verrät, butterig gelb aussieht, ansonsten aber wenig mit dem Molkereiprodukt zu tun hat. 

Foto der Maissorte Golden Butter


Green Pearl

Green Pearl, die grüne Perle vom Ackerrand. Dieses grüne Popcorn gehört zu den besten Poppern in seiner Liga und liefert Popcorn, das an Volumen von keiner anderen Sorte überboten wird. 

Strawberry

Der Name Strawberry (zu Deutsch Erdbeere) hat nichts mit dem Geschmack des Popcorns zu tun, sondern mit der Grösse der Körner. Die sind bei der Strawberry nämlich nicht nur verschieden gefärbt, sondern auch deutlich grösser als bei allen anderen Maissorten. 


Striped Orange

Anders bei der Striped Orange. Hier ist es die Farbe der Körner, die der gestreiften Orange zu ihrem etwas seltsamen Namen verhalf. Wer geschmacklich auf Zitruseinschläge hofft, der wird sich allerdings enttäuscht sehen. Riecht wie Popcorn, schmeckt wie Popcorn, ist Popcorn.

Und was ist mit Mushroom und Butterfly?

Ich höre sie förmlich schon, die Stimmen meiner Kritiker und tapferen Online Warriors, die sich aus leisem Gemurmel zu einem Sturm der Entrüstung erheben: „Und was ist mit Mushroom und Butterfly, du Opfer? Die sind voll berühmt und müssen in deiner Liste stehen.“

Doch der erfahrene Popcornoisseur weiss: Hier geht alles mit rechten Dingen zu. „Mushroom“ und „Butterfly“ beschreiben nämlich keineswegs eine Popcorn-Sorte, sondern lediglich die Form des geplatzten Korns. Mushroom-Popcorn ist rund wie ein Pilz mit einer glatten Oberfläche. Butterfly-Popcorn ist das genaue Gegenteil und macht beim Bersten, was es will. 

Was sind die Vor- und Nachteile der beiden Varianten?

Mushroom-Popcorn wird vor allem in der kommerziellen Herstellung verwendet, gewinnt aber auch im Hausgebrauch immer mehr an Beliebtheit. Grund ist vor allem die Stabilität dieses Popcorns, das sich übrigens perfekt für alle flüssigen oder zähflüssigen Toppings eignet. 

Bei Mushroom-Popcorn entsteht deutlich weniger Bruch, der sich im Boden der Tüte ansammelt. Das ist nicht nur für den Konsumenten angenehmer, sondern auch für den Verkäufer: Er muss nicht so viel Bruch wegwerfen und es passen weniger Gramm Popcorn in die Tüte oder den Eimer.

Butterfly-Popcorn ist fragil. Die vielen kleinen Enden, in die es zerplatzt, brechen oft ab und sammeln sich als Bruch in der Tüte. Allerdings ist Butterfly-Popcorn deutlich knuspriger und wird daher von den meisten Kunden immer noch bevorzugt. 

Wer sein Popcorn mit Butter beträufeln, mit Salz oder Zucker bestreuen möchte, der wird mit Butterfly richtig glücklich. Während sich die fragilen Flocken eher nicht für’s Karamellisieren oder für Toppings eignen, bleibt Streugut in den vielen Verästelungen und Vertiefungen gut hängen.

WIE BEREITET MAN POPCORN ZU?

Das Grundprinzip der Zubereitung von Popcorn könnte einfacher nicht sein. Bring das getrocknete Maiskorn nahe genug an eine starke Hitzequelle und halte es dort lange genug. Der Rest ergibt sich von ganz alleine und kommt meistens überraschend.

Ob man das nun Korn für Korn auf einem Esslöffel über einem Teelicht macht oder die Internationale Raumstation mit Mais flutet und zu nah an die Sonne schiebt – das Ergebnis ist immer dasselbe: Aus harter Schale tritt irgendwann ein weicher, duftender, hübscher und wohlschmeckender Kern hervor, der alle Anwesenden glücklich macht – womit auch endlich geklärt ist, warum Mais einen männlichen Artikel führt. 

Das fertige Popcorn kannst du dann mit Salz, Zucker oder jeder Menge anderer Toppings deinem persönlichen Geschmack anpassen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Deinem Magen vermutlich schon. Sei also sparsam mit dem Nutella-Knoblauch-Zahnpasta-Dipp.

WELCHE HILFSMITTEL GIBT ES?

Es gibt mittlerweile alle Möglichen Gadgets und Geräte, mit denen man Popcorn herstellen kann. Ob man sich nun eine kommerzielle Popcorn-Maschine zulegt oder lieber einen Topf mit Deckel auf den Herd stellt, hängt von der Grösse der Familie, des Geltungsdrangs, der Wohnstätte und des Einkommens ab. Ich habe mich mal auf die Suche gemacht und die beliebtesten Werkzeuge zur Herstellung von Popcorn zusammengetragen:

Popcornmaschine:

Die erste kommerzielle Popcornmaschine wurde nicht von den Azteken oder Mayas entwickelt (so viel zum Thema „Hochkultur“…), sondern erst im 19. Jahrhundert. Charles Cretors entwickelte um 1890 eine Maschine zum Rösten von Erdnüssen und machte die Entdeckung, dass sich damit in Kombination mit einer Dampfmaschine auch grössere Mengen an Popcorn herstellen liessen. Clever.

Für die Durchschnittsfamilie mit zwei Komma drei Kindern vermutlich ein wenig überdimensioniert, aber in jedem Fall ein Hingucker im Media Room (Menschen mit einer kommerziellen Popcornmaschine für zuhause haben kein schnödes Fernsehzimmer).

Popcorn Maker: 

Für den ungewöhnlichen Fall, dass gerade keine kommerzielle Popcornmaschine im Angebot ist, gibt es eine kleinere Alternative: den Popcorn Maker. Der passt nicht nur besser in den Küchenschrank, der ist auch deutlich billiger. 

Die kleinen Maschinen, die es in vielen Haushaltsabteilungen der Kaufhäuser gibt, machen das, was der Name suggeriert: Sie stellen leckeres Popcorn in übersichtlichen Konsumeinheiten her. Einige arbeiten dabei mit heisser Luft, andere setzen die Zugabe von ein wenig Fett voraus. Einfach zu bedienen, einfach zu reinigen (aber absolut kein Hingucker im Fernsehzimmer!) – was will man mehr? 


Kochtopf: 

Obwohl wir uns evolutionstechnisch rückwärts bewegen, ist dieses das erste Gadget, das komplett wireless daherkommt: der gute, alte Kochtopf. Ein wenig Pflanzenöl hineingeben, auf die Herdplatte oder das Feuer stellen, die getrockneten Maiskörner gleichmässig auf dem Boden des Topfes verteilen, warten. 

Ich habe lange überlegt, ob ich erwähnen sollte, den Topf mit einem Deckel zu bedecken und mich dagegen entschieden. Die Maisflocken sind so leicht, dass sie keine Verletzungen verursachen und die Zeit, die es dauert, die Küche wieder auf Vordermann zu bringen, reicht aus, um aus der Erfahrung zu lernen. 

Mikrowellenbeutel: 

Zwar geht es evolutionstechnisch wieder vorwärts, ob das allerdings eine Verbesserung darstellt, wage ich zu bezweifeln. Bei dieser Methode kommt das Popcorn in einem gefalteten Beutel, den man für einige Zeit in die Mikrowelle gibt. Das Problem ist, dass dieser Beutel nicht nur mit Maiskörnern und einem ekligen Fett gefüllt ist, dass die Hersteller als „Butter“ deklarieren, sondern noch die eine oder andere weitere Überraschung bieten kann.

Popcorn-Popper: 

Evolutionstechnisch verlassen wir nun die Erde, denn dieses Ding ist aus einer anderen Welt. Der Popcorn-Popper vereint die Bequemlichkeit von Mikrowellenpopcorn und die Vorzüge einer guten Gesundheit.

Die faltbare Schüssel besteht aus 100% lebensmittelechtem Silikon und eignet sich daher perfekt für den Einsatz in der Mikrowelle. Sie ist frei von Bisphenol A (BPA) und PVC und hat auch sonst nichts unter der Haube, was deine Gesundheit beeinträchtigen könnte.

WARUM POPPT DAS KORN EIGENTLICH?

Wer, wie ich, jede Form von Bildung ab der dritten Klasse aus Gewissensgründen verweigert hat, für den wird dieser Abschnitt ein intellektueller Gaumenschmaus sein, ein gehaltvoller Snack für’s Gehirn, der den geistigen Horizont radikal erweitern wird.

Für alle anderen ist es eher eine schnöde Auffrischung der elementaren Physikkenntnisse. Da es dabei heiss und spritzig zugehen kann, sind Schutzbrillen vorgeschrieben. Das gilt besonders für euch, Kevin und Chantal!

Die kritische Temperatur

Damit sich das getrocknete Maiskorn in Popcorn verwandeln kann, muss es zunächst auf Temperatur gebracht werden. Dabei nimmt die Restfeuchte im Korn – rund 20 mg Wasser – einen gasförmigen Zustand an, wodurch sie sich bekanntermassen ausdehnt und der Druck im Inneren des Kerns ansteigt.

Ist der Druck zu hoch, bricht die Schale. Dabei dehnt sich die vom Wasserdampf aufgeblähte Maisstärke auf und bildet diese weisse, schaumstoffartige Masse, auf die alle Welt so abfährt. 

Französische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die kritische Temperatur, die zur Explosion des Maiskorns führt, ganz nahe an der 180-Grad-Marke liegt. Während bei 170 Grad Celsius nur rund ein Drittel der Körner platzt, sind es bei 180 Grad nahezu 100 Prozent.

Popcorn hüpft auf einem Bein aus Stärke

Wenn seine Schale endlich bricht, kann Popcorn bis zu einem Meter in die Höhe springen. Wer bislang angenommen hat, dass es dabei von austretendem Wasserdampf angetrieben wird, kann von Glück reden, diesen Artikel gefunden zu haben, denn sie oder er liegt falsch. 

In Hochgeschwindigkeitsaufnahmen haben zwei französische Wissenschaftler enthüllt, dass sich nach dem Aufreissen der Schale ein Vorsprung aus Stärke bildet, der an ein Bein erinnert. Wird dieses Bein anfangs noch vom Gewicht des Maiskorns gestaucht, gewinnt es wenig später an Kraft und katapultiert das Korn gen Himmel. Messungen haben ergeben, dass es dabei Geschwindigkeiten von rund 200 Metern pro Sekunde erreichen kann.

Popcorn-Popp – nichts als Schall und Dampf

Unklar war bislang, wie das charakteristische Poppen zustande kommt, das man im Moment der Explosion hört. Dank der beiden Wissenschaftler wissen wir jetzt aber: Es ist mitnichten das Brechen der Schale, welches die Luft in Schwingungen versetzt, die wir mittels unseres Innenohrs in einen Ton verwandeln. Vielmehr ist es die explosionsartige Freisetzung von Wasserdampf. Ein ähnlicher Effekt ist übrigens auch bei Vulkanausbrüchen oder dem Knallen von Sektkorken zu beobachten.

Jetzt ist auch klar, warum in den meisten Ländern dieser Erde die Zubereitung von Popcorn über einem ausbrechenden Vulkan verboten ist: aus Lärmschutzgründen.

Zugabe für Nerds

Wenn du jetzt angesichts dieser laienhaften und oberflächlichen Informationen ein Gefühl der geistigen Leere und emotionalen Isolation empfindest, bist du wahrscheinlich ein Nerd. Um auch deine Gefühle und Bedürfnisse zu berücksichtigen, habe ich einen Link gefunden, der zu einer Seite der Royal Society of Publishing führt, auf der wissenschaftlich akkurat erklärt wird, was der Rest von uns einfach nicht wissen will. Klingt das spannend? Dann mal los.

Und wer sich das Ganze mal in super slow motion anschauen möchte, bitte sehr: 

UNTERSCHIEDLICHE LÄNDER, UNTERSCHIEDLICHE GESCHMÄCKER?

Dass jeder Mensch einen eigenen Geschmack hat, brauche ich niemandem zu erzählen. Dass sich Geschmäcker von Region zu Region und von Land zu Land unterscheiden, ist auch keine wirkliche Nachricht mehr. Umso mehr erstaunt es da, dass es bei Popcorn nur zwei Lager gibt: die Süssen und die Salzigen. Es wurde hinter vorgehaltener Hand auch über Mischkonsumenten und Überläufer berichtet, das stelle ich basierend auf meiner journalistischen Erfahrung aber mal in das Reich der Mythen und Sagen. 

Popcorn-Anarchie

Innerhalb dieser Lager allerdings geht es zu wie in Sodom und Gomorrha. An Regeln scheint sich keiner zu halten und die Ausrede, dass es keine Regeln gibt, ist ja wohl mehr als billig.

In den USA beispielsweise sterben jeden Tag Millionen von Popkörnern den Heldentot in einer Masse an Butter, deren Existenz von Menschen in Entwicklungsländern immer noch angezweifelt wird. Andere werden unter dem Gejohle von Gaffern in Barbecue-Sauce ertränkt. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!

Den Japanern ist es offensichtlich nicht einmal peinlich, dass sie ihr Popcorn mit Seetang- oder Shrimparoma bevorzugen. Das geben sie öffentlich zu! Ich sag’s doch: Sodom und Gomorrha.

Wer jetzt glaubt, nur die Salzfraktion habe einen Knall: Nicht doch! Im süssen Lager findet man heute Geschmacksrichtungen wie Tonka-Bohne, Lavendelblüte-Grapefruit oder Butterkrokant Tahiti-Vanille (Google it! Ich denke mir das nicht aus).

Meiner Meinung nach hätte süsses Popcorn mit Karamellsauce schon vor Jahren per Gesetz zur einzig legalen Variante erklärt werden sollen, dann hätten wir heute diese kulinarischen Auswüchse nicht. Aber nein, mich fragt ja keiner. Das habt ihr jetzt davon.

IST POPCORN EIGENTLICH GESUND?

Die Frage, ob Popcorn gesund ist, hängt einzig und allein vom Grad deiner persönlichen Bequemlichkeit ab. Je fauler, desto früher tot würde ich mal sagen. Wer nämlich beim Popcorn für Zuhause zur Mikrowellentüte greift, nimmt nicht nur unglaubliche Mengen an gehärteten Fetten, sondern auch Geschmacksverstärker und künstliche Aromen zu sich. 

Ballaststoffe und Spurenelemente

Wer sein Popcorn allerdings selber mit dem Popcorn-Popper zubereitet, befindet sich gesundheitsmässig auf der sicheren Seite. Popcorn verfügt unter anderem über jede Menge Ballaststoffe und Antioxidantien. Die einen sorgen für eine gute Verdauung, die anderen verlangsamen den Alterungsprozess der Haut.

Darüber hinaus verfügt der knallende Mais über die Vitamine B1 und B2 und enthält das Spurenelement Kalium.

Popcorn ist also durchaus gesund. Allerdings solltest du darauf achten, weder bei Salz und Zucker, noch bei den Toppings über die Stränge zu schlagen. Davon stirbt man. Irgendwann.  

WIE VIELE KALORIEN HAT POPCORN?

Die Frage, ob Popcorn fett macht oder nicht, hängt so gut wie gar nicht vom unschuldigen Getreide ab, sondern vielmehr davon, was du damit veranstaltest. Mais an sich ist recht kalorienarm. Das kann sich je nach Art der Zubereitung und der Toppings allerdings ganz schnell ändern. 

Stellst du dein Popcorn zuhause her und nutzt beispielsweise den Popcorn-Popper, mit dem sich der Snack ganz ohne die Zugabe von Fett produzieren lässt, kannst du von folgenden Nährwerten ausgehen: 

Brennwert: 347 kcal

  • Fett: 3,8 g
  • Kohlenhydrate: 65 g
  • (davon Zucker: 1,3 g)
  • Eiweiss: 8,5 g
  • Salz: 0,02 g

Ganz anders sieht das aus, wenn du dein Popcorn im Kino oder auf dem Jahrmarkt kaufst. Das wird in aller Regel unter Einsatz von Fett hergestellt und das spiegelt sich in den Nährwerten wieder:

Süsses Popcorn
Brennwert: 522 kcal

  • Fett: 26,3 g
  • Kohlenhydrate: 65 g
  • (davon Zucker: 28 g)
  • Eiweiss: 6,2 g

Und jetzt die ganz grosse Überraschung:

Salziges Popcorn:
Brennwert: 533 kcal

  • Fett: 30,5 g
  • Kohlenhydrate: 57 g
  • (davon Zucker: 1,3 g)
  • Eiweiss: 7,5 g

Bei salzigem Popcorn wird häufig noch mehr Fett verwendet als bei süssem, wodurch es Kalorienmässig am schlechtesten abschneidet.

KREBS DURCH MIKROWELLEN-POPCORN?

Viele Menschen stellen immer noch die Frage, ob Mikrowellen-Popcorn nicht Krebs verursachen würde. Nach heutigem Stand der Medizin und anderer Wissenschaften kann diese Frage klar verneint werden. 

In der Vergangenheit wurden die Tüten von innen mit Stoffen beschichtet, die das Durchsickern von Fett verhindern sollten. Diese PFC genannten Stoffe standen immer wieder mal im Verdacht, krebserregend zu sein. Das hat sich allerdings nicht bewahrheitet. Zudem haben die Hersteller die fraglichen Stoffe durch ungefährliche Alternativen ersetzt.

Allerdings haben Forscher von der kalifornischen Universität Berkley nachgewiesen, dass viele Hersteller Diacetyl verwenden, um ihrem Fertig-Popcorn eine Butter-Note zu verleihen. Diese Chemikalie kann zu einer tödlichen Lungenkrankheit führen. 

Ich bin jetzt kein Arzt oder medizinischer Experte, aber wirklich besser hört sich das für mich auch nicht an.

ZUSAMMENFASSUNG

Popcorn ist ein Jahrtausende alter Snack, der sich abgesehen von der Farbe im Laufe der Zeit nicht verändert hat und dessen Zubereitung denkbar einfach ist. Wenn nicht im Übermass genossen, ist Popcorn relativ gesund, kann die Verdauung fördern und die Alterung der Haut verlangsamen.

Um kalorienmässig nicht über die Stränge zu schlagen, sollte auf die Verwendung von Fetten bei der Zubereitung verzichtet werden. Moderne Gadgets wie der Popcorn-Popper zaubern im Handumdrehen knuspriges Popcorn, das sich nicht auf den Hüften absetzt. Poppiger Genuss ganz ohne Reue – viel besser kann man es in unserer Zeit nicht haben.

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